
Valpolicella, Ripasso und Amarone werden häufig nebeneinander angeboten, sind aber keineswegs nur drei Preisstufen desselben Weins. Ein klassischer Valpolicella ist meist frisch, kirschbetont und vergleichsweise leicht. Ripasso gewinnt durch eine zweite Gärung auf dem Trester von Amarone oder Recioto mehr Körper und Würze. Amarone entsteht dagegen aus angetrockneten Trauben und ist entsprechend konzentrierter, alkoholreicher und meist deutlich teurer.
Für die Kaufentscheidung bedeutet das: Wer einen lebendigen Rotwein zu Pizza, Pasta oder Antipasti sucht, ist oft mit Valpolicella richtig. Ripasso passt zu Menschen, die mehr Fülle wünschen, ohne gleich die ganze Kraft eines Amarone zu suchen. Amarone ist vor allem für kräftige Gerichte, besondere Anlässe, lange Abende und lagerfähige Flaschen interessant. Eine größere Auswahl aus der Region findet sich innerhalb unserer italienischen Weine.
Amarone, Ripasso und Valpolicella im direkten Vergleich
Die wichtigste Gemeinsamkeit liegt in der Herkunft und in den verwendeten Rebsorten. Corvina beziehungsweise Corvinone bilden üblicherweise das Rückgrat, Rondinella ergänzt die Cuvée. Je nach Wein dürfen weitere zugelassene rote Sorten hinzukommen. Der entscheidende Unterschied entsteht danach im Keller.
| Merkmal | Valpolicella DOC | Valpolicella Ripasso DOC | Amarone della Valpolicella DOCG |
|---|---|---|---|
| Herstellung | Klassische Rotweinbereitung aus frischen Trauben | Valpolicella wird ein weiteres Mal auf Amarone- oder Recioto-Trester vergoren | Die Trauben werden vor der Vergärung angetrocknet |
| Typischer Stil | Frisch, lebendig, kirschbetont und eher leicht bis mittelkräftig | Runder, würziger und körperreicher als einfacher Valpolicella | Konzentriert, warm, kraftvoll und häufig sehr komplex |
| Typische Aromen | Rote Kirsche, Sauerkirsche, Kräuter und gelegentlich Mandel | Reife Kirsche, Pflaume, Gewürze, Kakao und teilweise Trockenfrucht | Dunkle Kirsche, Pflaume, Feige, Trockenfrucht, Gewürze, Kakao und Tabak |
| Alkohol und Körper | In der Regel am leichtesten | Mittlerer bis voller Körper; mindestens 12,5 % vol., als Superiore mindestens 13 % vol. | Voller Körper; gesetzlich mindestens 14 % vol. |
| Preisniveau | Meist der günstigste Einstieg, wobei Spitzenweine deutlich teurer sein können | Häufig gutes Verhältnis zwischen Fülle und Preis | Meist am teuersten, da Trocknung, Ertragsverlust und Reifezeit aufwendig sind |
| Passende Speisen | Pizza, Pasta, Antipasti, Geflügel und sommerliche Gerichte | Lasagne, Ragout, Pilze, Braten, Grillfleisch und mittelreifer Käse | Schmorgerichte, Wild, kräftiges Rind, gereifter Käse oder Genuss ohne Speise |
| Trinkanlass | Alltag, Mittagessen, unkomplizierte Runde | Sonntagsessen, Grillabend, Dinner mit mehreren Gängen | Festliches Menü, Geschenk, Sammlung oder ruhiger Genusswein |
| Lagerung | Viele Basisweine sind für den frühen Genuss gedacht; Superiore kann länger reifen | Gute Exemplare können mehrere Jahre gewinnen | Hochwertige Flaschen können sich über viele Jahre oder Jahrzehnte entwickeln |
Diese Einordnung beschreibt den typischen Stil, ist aber keine starre Qualitätspyramide. Ein sorgfältig erzeugter Valpolicella Superiore kann spannender und teurer sein als ein einfacher Amarone. Produzent, Lage, Jahrgang, Traubenselektion und Ausbau bleiben entscheidend.
Wie entstehen die drei Weinstile?
Valpolicella DOC: der frische Ausgangspunkt
Valpolicella DOC wird grundsätzlich wie ein klassischer Rotwein erzeugt. Die Trauben werden gelesen, eingemaischt und vergoren. Anders als beim Amarone ist keine längere Trocknung der gesamten Trauben vorgeschrieben. Dadurch bleiben Frische, rote Frucht und ein lebendiger Charakter stärker im Vordergrund.
Die offizielle Rebsortenzusammensetzung sieht für Corvina Veronese und/oder Corvinone einen Anteil von 45 bis 95 Prozent vor. Rondinella muss zwischen 5 und 30 Prozent ausmachen. Ergänzende zugelassene Sorten können die konkrete Cuvée abrunden.
Ein junger Valpolicella DOC passt gut zu Menschen, die Pinot Noir, Schiava oder andere eher transparente und nicht zu schwere Rotweine mögen. Typisch sind Sauerkirsche, rote Beeren, eine merkliche Frische und moderate Tannine. Er kann leicht gekühlt serviert werden und eignet sich deshalb auch für wärmere Tage.
Was bedeuten Classico und Superiore?
Classico bezeichnet das historische Kerngebiet im westlichen Teil der Valpolicella. Der Begriff ist in erster Linie eine geografische Herkunftsangabe und bedeutet nicht automatisch, dass jeder Classico besser als jeder Wein aus den übrigen Gebieten ist.
Superiore steht für strengere Anforderungen und einen strukturierteren Stil. Valpolicella Superiore muss vor der Vermarktung mindestens ein Jahr reifen. Je nach Erzeuger kann er deutlich dichter, würziger und langlebiger als ein junger Basis-Valpolicella ausfallen.
Dass Valpolicella nicht zwangsläufig ein einfacher Alltagswein sein muss, zeigt ein anspruchsvoller Valpolicella Classico Superiore von Quintarelli. Solche Flaschen richten sich weniger an Käufer eines unkomplizierten Pizzaweins als an Menschen, die einen eigenständigen, reifefähigen Spitzenwein suchen.
Valpolicella Ripasso DOC: mehr Fülle durch eine zweite Gärung
Für Ripasso wird zunächst ein Valpolicella-Grundwein erzeugt. Dieser Wein wird anschließend einmal auf dem Trester vergoren, der nach der Herstellung von Amarone oder Recioto zurückbleibt. Der Name Ripasso lässt sich sinngemäß als erneuter Durchgang oder nochmaliges Passieren verstehen.
Der Trester enthält noch Schalen, Kerne, Hefen und eine begrenzte Menge vergärbarer Bestandteile. Durch den erneuten Kontakt gewinnt der Wein gewöhnlich mehr Farbe, Extrakt, Alkohol, Tannin und aromatische Tiefe. Nach den Produktionsregeln muss der eigentliche Ripasso-Vorgang mindestens drei Tage dauern.
Ripasso ist deshalb nicht einfach ein schwacher Amarone. Seine Grundlage bleibt ein eigenständiger Valpolicella. Die zweite Gärung ergänzt diesen um Elemente des Amarone-Stils, ohne ihn in Amarone zu verwandeln.
Ein zugänglicher Einstieg ist beispielsweise der Sartori di Verona Regolo Valpolicella Ripasso Superiore. Wer verschiedene Erzeuger und Ausprägungen nebeneinander probieren möchte, kann mit einem Valpolicella-Ripasso-Verkostungsset Unterschiede bei Frucht, Holzeinsatz, Würze und Körper gezielter vergleichen.
Warum gilt Ripasso oft als Preis-Leistungs-Wahl?
Ripasso bringt häufig einen Teil der dunklen Frucht, Wärme und Würze mit, die viele Menschen an Amarone mögen. Gleichzeitig ist seine Herstellung weniger aufwendig als das vollständige Appassimento für Amarone. Dadurch liegt er preislich meist unter Amarone und bleibt als Essensbegleiter oft flexibler.
Das macht ihn besonders interessant, wenn ein einfacher Valpolicella zu leicht, ein kraftvoller Amarone aber zu schwer oder zu teuer erscheint. Wer gern Primitivo, kräftigen Merlot oder weiche spanische Rotweine trinkt, findet in Ripasso häufig einen zugänglichen Übergang zur Valpolicella-Stilistik.
Amarone della Valpolicella DOCG: Konzentration durch Appassimento
Amarone entsteht aus Trauben, die nach der Lese in geeigneten Räumen angetrocknet werden. Dieser Vorgang wird Appassimento genannt. Durch den Wasserverlust konzentrieren sich Zucker, Aromastoffe, Säure, Extrakt und phenolische Bestandteile.
Das Consorzio beschreibt eine Trocknungsdauer von ungefähr 100 bis 120 Tagen als charakteristisch. Die offiziellen Produktionsregeln schreiben zudem vor, dass die getrockneten Trauben grundsätzlich nicht vor dem 1. Dezember vinifiziert werden dürfen, sofern keine wetterbedingte Ausnahme genehmigt wird.
Während der anschließenden Gärung wird ein großer Teil des konzentrierten Zuckers in Alkohol umgewandelt. Deshalb ist Amarone trotz seiner Aromen von Rosinen, Feigen oder reifen Kirschen grundsätzlich ein trockener Rotwein. Die wahrgenommene Süße kann dennoch höher wirken, weil Alkohol, reife Frucht, Glycerin und ein möglicher kleiner Restzuckeranteil einen weichen, üppigen Eindruck erzeugen.
Amarone muss mindestens zwei Jahre reifen, gerechnet ab dem 1. Januar des Jahres nach der Traubenerzeugung. Für eine Riserva gelten mindestens vier Jahre ab dem 1. November des Erntejahres. Ein klassischer Einstieg in den Stil ist der Sartori di Verona Reius Amarone della Valpolicella Classico.
Wer mehrere Produzenten direkt vergleichen möchte, findet im Amarone-Premium-Verkostungsset eine auf den Stil zugeschnittene Auswahl. Im hochpreisigen Segment zeigt die Auswahl von Quintarelli, wie weit Amarone und Valpolicella qualitativ, preislich und beim Lagerpotenzial reichen können.
Welcher Wein passt zu Ihrem Geschmack?
Valpolicella wählen, wenn Sie Frische und rote Frucht suchen
Valpolicella ist meist die beste Wahl, wenn der Wein das Essen begleiten und nicht dominieren soll. Seine Säure und Sauerkirschfrucht passen besonders gut zu Tomaten, Kräutern, Salumi und nicht zu schweren Fleischgerichten.
- Sie mögen eher leichte bis mittelkräftige Rotweine.
- Sie bevorzugen rote Kirsche statt Rosine und Trockenfrucht.
- Der Wein soll zu Pizza, Pasta oder Antipasti passen.
- Sie möchten einen Rotwein leicht gekühlt servieren.
- Sie suchen einen unkomplizierten Einstieg in die Region.
Ripasso wählen, wenn Sie Frucht, Würze und Fülle verbinden möchten
Ripasso ist der vielseitigste Mittelweg. Er besitzt mehr Substanz als ein junger Valpolicella, bleibt aber meist beweglicher und weniger alkoholbetont als Amarone. Gerade zu Ragout, Lasagne, Pilzen oder gegrilltem Fleisch ist diese Balance hilfreich.
- Ein einfacher Valpolicella erscheint Ihnen zu leicht.
- Amarone ist Ihnen für den Anlass zu mächtig.
- Sie mögen reife Kirschen, Pflaumen, Gewürze und weiche Tannine.
- Sie suchen einen kräftigen Essensbegleiter mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Der Wein soll sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Gästen gefallen.
Amarone wählen, wenn Sie Konzentration und Reifepotenzial wünschen
Amarone ist richtig, wenn Intensität ausdrücklich erwünscht ist. Er braucht ein kräftiges Gericht oder ausreichend Aufmerksamkeit als Solist. Für ein leichtes Mittagessen, eine sommerliche Vorspeise oder sehr scharfe Speisen ist er meist weniger geeignet.
- Sie mögen körperreiche, warme und konzentrierte Rotweine.
- Aromen von Trockenfrüchten, dunkler Kirsche, Kakao und Gewürzen gefallen Ihnen.
- Sie suchen eine Flasche für ein besonderes Dinner oder als Geschenk.
- Sie möchten einen Wein mit möglichem langfristigem Reifepotenzial kaufen.
- Ein höherer Alkoholgehalt stört Sie nicht.
Für Sammler und Liebhaber sehr konzentrierter Weine ist auch die Auswahl von Romano Dal Forno relevant. Sie umfasst sowohl Valpolicella Superiore als auch Amarone und macht deutlich, wie stark Produzentenstil und Ausbau die einfache Einteilung in leicht, mittel und kräftig verschieben können.
Welcher Wein passt zu welchem Essen?
Beim Foodpairing sollte nicht nur die Fleischart betrachtet werden. Wichtiger sind Sauce, Zubereitung, Röstaromen, Fett, Säure und Gewürze. Ein Tomatengericht braucht beispielsweise genügend Frische, während ein lange geschmortes Ragout mehr Körper verträgt.
| Gericht | Beste Wahl | Begründung |
|---|---|---|
| Pizza Margherita oder Pasta al Pomodoro | Valpolicella DOC | Die frische Säure greift die Tomate auf, ohne den Belag zu überdecken. |
| Antipasti, Salami und Schinken | Valpolicella DOC oder leichter Ripasso | Frucht und Säure gleichen Fett und Salz aus. |
| Lasagne Bolognese | Valpolicella Ripasso | Der Wein besitzt genug Körper für Fleisch, Käse und Sauce. |
| Pilzrisotto | Ripasso oder Valpolicella Superiore | Erdige und würzige Noten ergänzen Pilze, ohne sie zu erschlagen. |
| Gegrilltes Rind oder Lamm | Ripasso | Die stärkere Struktur hält Röstaromen und Fleisch stand. |
| Rinderbäckchen oder geschmortes Wild | Amarone | Konzentration und Wärme passen zu langer Garzeit und intensiver Sauce. |
| Parmigiano Reggiano oder alter Pecorino | Amarone | Salz, Umami und Reife des Käses vertragen einen konzentrierten Wein. |
| Aubergine, Linsen oder geschmorte Pilze | Ripasso | Ein kräftiges vegetarisches Gericht kann die Würze und Fülle aufnehmen. |
| Dunkle Schokolade | Nur bedingt Amarone; oft besser Recioto | Ein trockenes Amarone-Finale kann neben süßer Schokolade hart wirken. |
Gerade bei Schokolade ist Vorsicht sinnvoll. Amarone wird zwar häufig dazu empfohlen, doch ein Dessert kann süßer als der trockene Wein sein. Wer eine wirklich harmonische Kombination mit Schokoladendesserts sucht, ist häufig mit dem süßen Recioto della Valpolicella besser beraten.
Serviertemperatur, Glas und Dekantieren
| Weinstil | Serviertemperatur | Belüftung | Geeignetes Glas |
|---|---|---|---|
| Valpolicella DOC | Etwa 14 bis 16 °C | Meist keine Karaffe nötig; zehn Minuten im Glas können genügen | Mittelgroßes Rotweinglas |
| Valpolicella Ripasso DOC | Etwa 15 bis 18 °C | Bei jungen, dichten Weinen etwa 20 bis 45 Minuten | Etwas bauchigeres Rotweinglas |
| Amarone della Valpolicella DOCG | Etwa 16 bis 20 °C | Junge Weine häufig 60 bis 120 Minuten; gereifte Flaschen vorsichtig behandeln | Großes, bauchiges Rotweinglas |
Zu warm servierter Amarone kann alkoholisch und schwer wirken. Raumtemperatur ist deshalb keine verlässliche Angabe, wenn ein Wohnraum 22 bis 24 Grad warm ist. Besser ist es, die Flasche zunächst etwas kühler zu servieren und den Wein im Glas langsam wärmer werden zu lassen.
Bei älteren Flaschen dient das Dekantieren nicht automatisch der Belüftung. Es kann auch darum gehen, den Wein vorsichtig vom Depot zu trennen. Ein lange gereifter Amarone kann durch stundenlangen Luftkontakt anstatt besser auch müde und flach werden.
Wie lange lassen sich Valpolicella, Ripasso und Amarone lagern?
Eine pauschale Jahreszahl wäre unseriös. Lagerfähigkeit hängt von Produzent, Jahrgang, Säure, Tannin, Extrakt, Ausbau, Flaschenverschluss und Lagerbedingungen ab. Die folgenden Zeiträume sind deshalb nur eine praktische Orientierung.
| Weinstil | Praktische Orientierung | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Junger Valpolicella DOC | Häufig innerhalb von zwei bis vier Jahren trinken | Die Frische und direkte Kirschfrucht stehen im Vordergrund. |
| Valpolicella Superiore | Je nach Produzent etwa fünf bis zehn Jahre oder länger | Struktur, Ausbau und Erzeugerangabe prüfen. |
| Valpolicella Ripasso | Häufig etwa fünf bis acht Jahre; Spitzenweine länger | Dichte, Säure und Holzausbau unterscheiden sich deutlich. |
| Amarone | Gute Exemplare zehn Jahre und länger; Spitzenweine können Jahrzehnte reifen | Trinkfenster des konkreten Weins und Zustand der Flasche beachten. |
Wer gezielt Flaschen für den Keller sucht, findet im Beitrag darüber, welche Weine sich zum Einlagern eignen, weitere Kriterien zu Säure, Tannin, Konzentration und Lagerbedingungen.
Auch die optische Entwicklung kann Hinweise geben. Mit der Reife verschiebt sich der Farbton eines Rotweins häufig von Purpur und Rubin in Richtung Granat, Ziegelrot oder Orange. Wie solche Veränderungen richtig eingeordnet werden, erklärt unser Ratgeber zur Frage, was die Farbe eines Weins tatsächlich verrät.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
DOC, DOCG und die genaue Bezeichnung lesen
Valpolicella und Valpolicella Ripasso tragen die geschützte Herkunftsbezeichnung DOC. Amarone della Valpolicella trägt DOCG. Die höhere formale Klassifikation macht einen Amarone nicht automatisch geschmacklich passender oder qualitativ überzeugender als jeden Ripasso. Sie beschreibt eine andere geschützte Weinart mit eigenen Produktionsregeln.
Die vollständige Bezeichnung auf dem Etikett hilft bei der Einordnung:
- Valpolicella DOC: meist der frischeste Stil.
- Valpolicella DOC Classico: aus dem historischen Kerngebiet.
- Valpolicella DOC Superiore: strukturierter und mindestens ein Jahr gereift.
- Valpolicella Ripasso DOC: mit zusätzlicher Gärung auf Amarone- oder Recioto-Trester.
- Valpolicella Ripasso DOC Superiore: kräftigere Ripasso-Ausführung mit höheren Mindestanforderungen.
- Amarone della Valpolicella DOCG: trockener Wein aus angetrockneten Trauben.
- Amarone della Valpolicella DOCG Riserva: mindestens vier Jahre gereift.
Appassimento-Wein ist nicht automatisch Amarone
Auch außerhalb der geschützten Herkunft werden Trauben angetrocknet. Begriffe wie Appassimento, Passito oder „Amarone-Stil“ bedeuten deshalb nicht, dass es sich um Amarone della Valpolicella DOCG handelt. Nur die vollständige geschützte Bezeichnung garantiert die entsprechende Herkunft und die vorgeschriebenen Produktionsregeln.
Nicht allein nach Alkohol und dunkler Farbe kaufen
Ein hoher Alkoholgehalt und eine sehr dunkle Farbe sind keine eigenständigen Qualitätsbeweise. Gute Weine benötigen genügend Säure und Struktur, damit Kraft nicht in Schwere umschlägt. Gerade bei Amarone ist die Balance aus Konzentration, Frische, Tannin und Alkohol wichtiger als maximale Üppigkeit.
Produzent und Jahrgang stärker gewichten
Zwei Amarone mit gleicher Bezeichnung können sich stark unterscheiden. Manche Erzeuger arbeiten fruchtbetont und weich, andere würziger, trockener, tanninreicher oder deutlich vom Holz geprägt. Beim Kauf mehrerer Flaschen lohnt es sich deshalb, zunächst eine Flasche zu probieren oder verschiedene Produzenten in einer Vergleichsverkostung gegenüberzustellen.
Fazit: Welcher Wein ist die beste Wahl?
Valpolicella ist die richtige Wahl für Frische, rote Kirsche und unkomplizierte Speisenbegleitung. Ripasso eignet sich für Menschen, die mehr Tiefe und Würze suchen, aber keinen ausgesprochen schweren Wein möchten. Amarone passt zu kräftigen Gerichten, besonderen Anlässen, ruhigem Genuss und – bei geeigneten Flaschen – zur längeren Lagerung.
Der beste Wein ist deshalb nicht automatisch der teuerste. Entscheidend ist, ob Stil, Speise, Anlass und persönliche Vorlieben zusammenpassen. Wer die Unterschiede einmal direkt nebeneinander probiert, erkennt schnell, dass Valpolicella, Ripasso und Amarone keine austauschbaren Qualitätsstufen, sondern eigenständige Antworten auf unterschiedliche Genussmomente sind.
Häufige Fragen zu Amarone, Ripasso und Valpolicella
Ist Amarone trocken oder süß?
Amarone della Valpolicella ist grundsätzlich ein trockener Rotwein. Aromen von Rosinen, Feigen und reifen Kirschen sowie Alkohol und Glycerin können dennoch einen süßlichen Eindruck erzeugen.
Ist Ripasso ein kleiner Amarone?
Ripasso wird häufig so bezeichnet, fachlich ist das aber ungenau. Er basiert auf Valpolicella und erhält durch die zusätzliche Gärung auf Amarone- oder Recioto-Trester mehr Körper, Extrakt und Würze.
Was ist stärker: Amarone oder Ripasso?
Amarone ist in der Regel konzentrierter, alkoholreicher und körperreicher. Ripasso liegt stilistisch meist zwischen einem jungen Valpolicella und Amarone.
Was bedeutet Valpolicella Classico?
Classico bezeichnet die historische Kernzone des Anbaugebiets. Der Begriff ist eine geografische Angabe und kein automatischer Beweis, dass der Wein besser als jeder Valpolicella aus einer anderen Teilzone ist.
Was bedeutet Superiore bei Valpolicella?
Superiore steht für strengere Anforderungen und einen strukturierteren Stil. Valpolicella Superiore muss vor der Vermarktung mindestens ein Jahr reifen.
Was ist der Unterschied zwischen Amarone und Recioto?
Beide entstehen aus angetrockneten Trauben. Beim Amarone vergärt der Zucker weitgehend zu einem trockenen Wein, während beim Recioto die Gärung so beendet wird, dass ein deutlich süßer Wein verbleibt.
Welcher Wein ist für Einsteiger besser geeignet?
Ein fruchtiger Valpolicella oder ausgewogener Ripasso ist meist leichter zugänglich. Amarone kann durch Alkohol, Konzentration und Trockenfruchtaromen für unerfahrene Weintrinker sehr intensiv wirken.
Muss Amarone immer dekantiert werden?
Nein. Junge, konzentrierte Amarone profitieren häufig von Luft, während sehr alte Flaschen durch langes Dekantieren an Ausdruck verlieren können. Alter und Zustand des konkreten Weins sind entscheidend.
Kann man Valpolicella leicht gekühlt trinken?
Ja. Ein junger Valpolicella kann bei ungefähr 14 bis 16 Grad besonders frisch und präzise wirken. Er sollte jedoch nicht so kalt wie ein typischer Weißwein serviert werden.
Wie lange hält eine geöffnete Flasche Ripasso?
Gut verschlossen und im Kühlschrank bleibt Ripasso meist zwei bis drei Tage ansprechend. Vor dem erneuten Servieren sollte er langsam auf die gewünschte Trinktemperatur kommen.
Welcher Wein eignet sich besser als Geschenk?
Amarone wirkt aufgrund seiner Bekanntheit und seines Preisniveaus häufig repräsentativer. Für einen vielseitigen Genussmenschen kann ein hochwertiger Ripasso oder Valpolicella Superiore jedoch die passendere und individuellere Wahl sein.
Warum ist Amarone meistens teurer?
Während des Appassimento verlieren die Trauben Wasser und damit Gewicht. Hinzu kommen sorgfältige Selektion, geringere Weinausbeute, aufwendige Verarbeitung und die vorgeschriebene längere Reifezeit.
Passt Amarone zu vegetarischem Essen?
Ja, sofern das Gericht intensiv genug ist. Geschmorte Pilze, Trüffel, Linsen, geröstete Auberginen oder kräftiger Hartkäse können ausreichend Struktur und Umami für Amarone besitzen.
Ist ein teurer Valpolicella schlechter als ein gleich teurer Amarone?
Nein. Ein hochwertiger Valpolicella kann aus streng selektierten Trauben stammen, aufwendig ausgebaut und sehr lagerfähig sein. Die Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Stile und nicht für eine einfache Rangfolge jeder einzelnen Flasche.
