Welche internationalen Rebsorten werden in Europa völlig unterschätzt?

Riesling, Cabernet Sauvignon, Chardonnay. Wer Wein kauft, greift oft zu dem, was er kennt oder empfohlen bekommen hat. Das ist verständlich, aber schade zugleich. Denn abseits der bekannten Namen wächst eine beeindruckende Vielfalt an Rebsorten, die in ihren Heimatländern Tradition haben, in deutschen und österreichischen Weinhandlungen aber kaum auftauchen. Wer bereit ist, einen Schritt abseits der ausgetretenen Pfade zu machen, wird belohnt, und zwar mit Weinen, die Charakter haben, oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als die großen Namen und echte Entdeckungen sind. Im Shop unseres Partners 8wines.de finden sich einige dieser Sorten. Doch welche Rebsorten haben es verdient, dass Weinliebhaber genauer hinschauen?

Assyrtiko – Griechenlands weißer Schatz von Santorini

Griechischer Wein hat in Mitteleuropa immer noch ein Imageproblem. Das liegt nicht an der Qualität, sondern an mangelnder Sichtbarkeit. Dabei ist Assyrtiko, die wichtigste weiße Rebsorte der Insel Santorini, ein Weißwein, der in internationalen Fachkreisen seit Jahren höchste Bewertungen erhält. Die Reben wachsen auf Terrassen an den Hängen der Steilküste über dem Meer, in einer Höhe von rund 450 Metern und profitieren von frischen Küstenwinden und nächtlichem Meeresnebel. Das Ergebnis sind Weine mit knackiger Säure, ausgeprägter Mineralität und einer Salinität, die an Chablis erinnert, aber eigenständiger ist.

Bei 8wines.de sind gleich mehrere Assyrtiko-Produzenten aus Santorini im Sortiment vertreten. Der Santo Wines Santorini Assyrtiko stammt von 60 bis 80 Jahre alten Rebstöcken und zeigt Aromen von Zitrusfrüchten und Steinobst mit mineralischen und salzigen Anklängen. Trocken, durstlöschend, mit langem Abgang. Der Boutari Santorini Assyrtiko überzeugt mit zitronigen Noten von Quitte und Jasmin sowie einer lebhaften Säure, während der Estate Argyros Assyrtiko mit zartem Blütenduft, frischen Zitrusnoten und lebendiger Mineralität punktet. Drei verschiedene Produzenten, drei leicht verschiedene Interpretationen derselben Sorte, ein idealer Einstieg für alle, die Assyrtiko noch nicht kennen.

Assyrtiko ist der Riesling des Mittelmeerraums. Keine gefällige Massenware, sondern eine Sorte mit Haltung, Lagerpotenzial und einem Geschmacksprofil, das sich von allem unterscheidet, was man aus deutschen oder österreichischen Weinkellern kennt. Wer Weißwein bisher für eine Beiläufigkeit hält, wird von einem guten Santorini-Assyrtiko zum Umdenken gebracht.

Malbec – nicht nur argentinisch

Malbec kennt fast jeder, aber fast immer aus Argentinien. Dabei stammt die Sorte ursprünglich aus dem Südwesten Frankreichs, genauer aus der Region Cahors, wo sie seit Jahrhunderten angebaut wird und unter dem Namen Côt bekannt ist. Der Unterschied zwischen argentinischem und französischem Malbec ist erheblich. Wo Mendoza weiche, fruchtbetonte Weine mit viel Pflaume und Schokolade liefert, sind die Cahors-Malbecs deutlich herber, erdiger, tanninreicher und brauchen oft mehr Zeit im Glas.

Für Weinliebhaber, die Malbec bisher nur aus der Neuen Welt kennen, ist ein Cahors eine echte Entdeckung. Derselbe Name und ein völlig anderer Charakter. Bei 8wines.de sind Malbec-Weine aus Argentinien im Sortiment vertreten. Wer dort in Sortiment stöbert, kann Stilistiken direkt vergleichen und merkt schnell, wie viel die Herkunft ausmacht.

Drei Weine, drei Stile. Von biodynamisch und komplex bis klassisch und unkompliziert. Nero d’Avola lohnt sich in jeder Variante.

Pinotage – Südafrikas einzige eigene Rebsorte

Pinotage ist die einzige Rebsorte der Welt, die ausschließlich in Südafrika entstanden ist. 1925 in Stellenbosch aus Pinot Noir und Cinsault gekreuzt, hat sie sich dort zur wichtigsten roten Landessorte entwickelt und ist in Europa trotzdem kaum bekannt. Das liegt zum Teil an einem schlechten Ruf aus älteren Jahrgängen, die manchmal von einem gummihaften, industriellen Ton geprägt waren. Dieser Ruf ist längst überholt. Moderne Pinotage-Weine von guten Produzenten in Stellenbosch zeigen dunkle Beerenfrucht, Gewürze, Rauch und eine Würze, die unverwechselbar südafrikanisch ist.

Der Kanonkop Estate Pinotage aus Stellenbosch, einem der renommiertesten südafrikanischen Weingüter, zeigt Aromen von reifen dunklen Beeren, Rauch, gerösteten Nüssen, Gewürzen und Lakritze. Von Rebstöcken zwischen 32 und 67 Jahren, mit einem Lagerpotenzial von bis zu 15 Jahren. Ein Wein, der zeigt, was Pinotage in den richtigen Händen leisten kann.

Warum diese Rebsorten den Umweg wert sind

Was alle drei Sorten verbindet: Sie sind in ihren Heimatländern keine Exoten, sondern etablierte Qualitätssorten mit langer Geschichte. Was sie in Mitteleuropa eint, ist die Unterrepräsentation. Im Supermarkt, in vielen Restaurants, in der öffentlichen Wahrnehmung. Das liegt nicht an mangelnder Qualität, sondern daran, dass der Markt von wenigen internationalen Leitrebsorten dominiert wird, die mehr Marketingbudget als echte Überlegenheit hinter sich haben.

Assyrtiko aus Griechenland, Malbec aus dem französischen Cahors und Pinotage aus Südafrika haben eines gemeinsam, Sie überraschen. Wer sie kennt, versteht danach ein bisschen mehr, wie groß und vielfältig die Weinwelt jenseits von Riesling, Chardonnay und Cabernet Sauvignon ist. Bei 8wines.de sind alle drei Stile im Sortiment vertreten, ohne dass man dafür in Spezialhandlungen suchen oder viel Vorwissen mitbringen müsste. Auf Weingenussfinder werden diese und weitere unterschätzte Sorten regelmäßig vorgestellt und eingeordnet.

David Reisner
David Reisner

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